Computervisualisten nutzen menschliches visuelles System zur Bewältigung von Datenfluten

12.11.2012 -  

International führende Computervisualisten und -grafiker werden vom 12. bis 14. November 2012 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) neueste Ergebnisse und Trends der Visualisierung von großen Datenmengen diskutieren.

In Anerkennung der Forschungsleistungen der Magdeburger Computervisualisten der Fakultät für Informatik findet die wichtigste deutsche Tagung der Branche, die Computergrafik- und Visualisierungstagung VMV 2012 (Vision, Modeling and Visualization), erstmals in Magdeburg statt.

Es werden etwa 120 Teilnehmer erwartet, darunter prominente Vertreter wie Prof. Bernt Schiele (Max-Planck-Institut für Informatik Saarbrücken). Er ist Spezialist in der automatischen Auswertung von Bildern, z.B. für Verkehrssteuerungssysteme. Prof. Leif Kobbelt (RWTH Aachen) ist einer der weltweit führenden Spezialisten für die Modellierung von Formen, wie sie z.B. bei Autokarosserien, Skulpturen, oder medizinischen 3D-Darstellungen auftreten. Prof. Torsten Möller (Simon Fraser University, Kanada) wiederum ist anerkannter Spezialist in der Visualisierung großer Datenfelder, wie sie z.B. in der Klimaforschung oder durch Verfahren der medizinischen Bildgebung entstehen.

Ein wesentliches Thema der Tagung sind Verfahren des so genannten Visual Analytics. Hierbei geht es darum, der wachsenden Flut von entstehenden Daten Herr zu werden. Die einmaligen Fähigkeiten des menschlichen visuellen Systems werden dabei mit den neuesten Methoden der automatischen Datenanalyse verbunden, um selbst in riesigen und sehr komplexen Datenmengen schnell die wichtigsten Eigenschaften und Zusammenhänge zu finden

So werden in großen Studien medizinische Daten zur Lebensweise von Menschen erfasst und über die Zeit verfolgt. Die dabei evtl. auftretenden Erkrankungen, z.B. Alzheimer, versucht man dann mit den früher erhobenen Daten zu korrelieren, um Risikofaktoren zu identifizieren und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das reicht so weit, dass von diesen Probanden auch genetische Informationen analysiert werden, so dass die Entstehung von Krankheiten als Wechselspiel aus Umweltfaktoren, Lebensweise und angeborenen (genetischen) Besonderheiten verstanden werden kann. Die potenziell möglichen Zusammenhänge sind dabei derart vielfältig, dass eine geschickte Kombination aus Analyse und Visualisierung notwendig ist, damit die medizinischen Forscher sich auf eine handhabbare Zahl an möglichen Zusammenhängen konzentrieren können.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert mit 6 Millionen Euro das Schwerpunktprogramm „Scalable Visual Analytics“ oder deutsch „Skalierbare visuelle Analyse“ (Laufzeit: bis Ende 2014), an dem die Computervisualisten der Fakultät für Informatik der Universität Magdeburg beteiligt sind.

Die Computervisualistik beschäftigt sich mit computergenerierten Bildern sowie deren Erzeugung, Auswertung und Behandlung. Arbeiten hierzu werden weltweit an vielen Forschungseinrichtungen unternommen, in Magdeburg wird das Gebiet in einer in Deutschland seltenen vorkommenden Breite behandelt. Der zugehörige Studiengang ist derzeit einer der erfolgreichsten Informatik-Studiengänge in Magdeburg und hat ein bundesweites Einzugsgebiet (http://www.computervisualistik.de/).

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Letzte Änderung: 01.06.2018 - Ansprechpartner:

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